1975/1980

 

1975/1980

Vorbild und Orientierung – Grafik, Collage, Malerei.

Die Neigung, über die eigene künstlerische Arbeit zu reflektieren ist für Klie in besonderem Maße bezeichnend. Schon anlässlich einer Ausstellung 1976 in Göttingen verfasste er einen Text zu seinen gezeigten Radierungen. Angelehnt an ein Zitat aus Edgar Allen Poes „Berenice“  ist darin die Rede von einer „Innerlichkeit des nervösen Interesses“, der gesteigerten „Fähigkeit zur Aufmerksamkeit“ in der „Betrachtung der allergewöhnlichsten Gegenstände des Weltalls“ und „keineswegs angenehmen oder erfreulichen Träumereien“.

 

1978 entstand „Liebestod“, eine Papiercollage. Seine folgenden Bilder wurden immer neutraler, intellektueller, hermetischer. Sein Anliegen war es, „vom gefühlsmäßigen Gestalten wegzukommen“, sein Ziel war das „bewusst geplante Bildfeld“. Es war für Klie ein folgenreicher Entschluss, „Empfindsamkeit und „Innerlichkeit“ von seinen Bildern auszuschließen und auf ein „entsubjektiviertes“ künstlerisches Ergebnis hinzuarbeiten.

 


In der Folgezeit kombinierte er häufig Collagetechnik und Ölmalerei, wie etwa in „Science Fiction“ (1979); das collagierte, rechtwinklig geordnete Mittelbild wird von  einem zellulär und tapetenhaft anmutenden Strukturgrund umschlossen, bzw. scheint davor zu schweben. Das Organische und das Konstruktive sind im Kontrast gegeneinander gesetzt.
Immer mehr tendierte er dazu, zwei Bildebenen zu schaffen: Vor einem zumeist tapetenähnlichen, manchmal auch seriell strukturierten Hintergrund erschienen einzelne Text- und Bildelemente, wie beispielsweise in „Negation" (1980) in „Blühendes“ (1981) oder in „Zwischen beiden Welten“ (1982), beide bereits aus der postmodernen Phase. Die Bildelemente können gegenständlich ablesbar sein, zeichenhaft, und, wie es in den späteren Arbeiten der Fall ist, akribisch, detailgenau.

Selbst-schwachsinnig, 1977

Liebestod, 1978

Science Fiction, 1979