2011/2014

 

2011/2014

Thesen ohne offensichtliche Inhalte - 14 Videoarbeiten

 

Klie formuliert in den Filmen seit 2011 Thesen ohne offensichtliche Inhalte - und das in Textform. Von allen vierzehn Videoarbeiten die bis 2014 entstanden, kreisen elf um das Verhältnis von Text und Bild. Dabei entstehen an keiner Stelle Aphorismen oder Essayfragmente mit einem filmischen Hintergrund, der das Gesagte bestätigt oder näher erläutert. Dante, dem Klie 2014 in seinem bisher längsten Film „Tanzende Terzinen“ seine Referenz erwies, kennt diese Situation: „Wie einer, der, von schwerem Traum umfangen, sich träumend wünscht‘, er träume…“(INFERNO), so zögert Klie und hält inne, denn Dantes Einsicht „Wie schwach das Wort! Wie käm's dem Denken nahe?“ (PARADISO), steht im Hintergrund. Auf alle im Film entstehenden textbezogenen Fragen gibt er ausweichend, aber sukzessive Antworten, indem er die "Thesen" in kleine filmische Bilderfolgen auflöst - weniger Narrative, nicht anekdotisch verpackt, aber die Auflösung ist nur scheinbar. Wenn Klie assoziationsverwegen seine Antworten enden lässt, weiß weder er noch der Zuschauer, in welchem Zusammenhang diese "Erzählungen" mit den aus seinem Film gefilterten Bildsequenzen zu sehen wären. Doch etwas Erstaunliches gelingt dabei: Es entsteht „Zufriedenheit“ und die „Geschichten“ und "Zitate" sind zusammen mit den Sequenzen mächtig genug, dass man an keiner Stelle auf weitere Klärung besteht. Klie argumentiert nicht aus einer angreifbaren Position, sondern bricht Thesen und Überzeugungen mit filmischen Mitteln auf manchmal abgelegene Standbilder herunter. In diesen Vorgängen und Wirkzusammenhängen spiegelt sich eine Revision: „Wir suchen niemals die Dinge, sondern das Suchen nach ihnen.“, nennt das Pascal. Für ihn ist „das Weltall … ein Kreis, dessen Mittelpunkt überall, dessen Umfang nirgends ist.“